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...und Wein bleibt was er ist

Stuart Pigott & Danner

Weinreise Baden und Elsass

 

Einen absoluten Ortenauer Weinstil mit plüschiger Frucht und pappiger Restsüße erteilt Alexander Danner eine klare Absage.

Seine Weine sind für diese Region ungewöhnlich mineralisch-frisch, gradlinig und lebendig - ohne zu starke Ressentimens an Moden zu machen.Auch in der Ortenau ist es möglich, weiche und dennoch kräftige Weine zu erhalten, die nach ein bis zwei Jahren durch ihre Fülle und innere Dichte glänzen, sagt der Durbacher. Tatsächlich überzeugt das dichte nachhaltige Mundgefühl in diesen Weinen, die sich in drei Typen aufteilen.

Typ1: Steht für fruchtbetonte Weine aus dem Stahltank, etwa filigran schwungvollen Riesling.

Typ2: Hier reifen die Weine von halbierten Trauben im Holzfass, und an der Spitze stehen die am stärksten ausgedünnten, im Barrique ausgebauten Selektionen (Typ 3).

„ Seit vier Jahren arbeite ich mit EM, also Effektiven Mikroorganismen“, berichtet der Winzer. „ Das sind Milchsäurebakterien und Hefe, die dafür sorgen, dass der Boden wieder ein intaktes mikrobiologisches Gleichgewicht erhält. Dadurch habe ich weniger Probleme mit Krankheiten. Das Immunsystem der Pflanze wird gestärkt. Die Trauben sind aromatischer und unwahrscheinlich ausgereift. Die physiologische Reife tritt sehr schnell ein, wodurch wir recht früh lesen können- gesund und ohne Botrytis. Letzter verändert meine Meinung nach den Geschmack der Weine. Frisch und mineralisch sollten sie sein!“

Tatsächlich wirken die Weine wie eine Synthese aus Tradition und Moderne. Bereits der Jungfernjahrgang 2006 brachte erstaunlich Früchte ins Glas. Die Burgunder und Rieslinge sind gut geerdet und voll zündender Kraft. Die Stahltankweine schmecken saftig, lebendig und entspannt, ein Wein wie der Grauburgunder Typ 2 hat echte Substanz und Harmonie abseits von aufgesetzter Süße. Die vollreifen Birnenaromen sind apart, ein Wind fährt durch die Baumwipfel, eine Libelle surrt, ein Bach plätschert- hier kommt die Heiterkeit der Ortenau, der bezwingende Charme dieses Landstrichs unwiderstehlich ins Glas. Immer besser geraten die Spätburgunder, die an vollem Burgunderaroma und Substanz abseits marmeladiger Schwere gewinnen.